Die OECD hat ein gemeinsames Verständnis der betroffenen Jurisdiktionen zur Umsetzung der globalen Mindestbesteuerung veröffentlicht, zusammen mit zusätzlichen administrativen Leitlinien zur Unterstützung der Compliance in der Anfangsphase der Umsetzung.

Diese Entwicklungen adressieren insbesondere praktische Herausforderungen im Übergang zur ersten Berichtsperiode, vor allem in Situationen, in denen Systeme oder Koordinationsmechanismen noch nicht vollständig implementiert sind.

Zentrale Entwicklungen

Aufrechterhaltung des zentralen Einreichungsmodells

Die Jurisdiktionen, die die globale Mindestbesteuerung ab 2024 umsetzen, haben sich auf ein gemeinsames Verständnis geeinigt, um die Vorteile der zentralisierten Einreichung der GloBE Information Return (GIR) zu erhalten.

Die Vereinbarung zielt insbesondere darauf ab, potenzielle Herausforderungen im Zusammenhang mit folgenden Punkten zu entschärfen:

  • Verzögerungen bei der Verfügbarkeit von Einreichungsportalen
  • unvollständige Informationsaustauschbeziehungen zwischen Jurisdiktionen
  • umfassendere Umsetzungslücken zwischen einzelnen Staaten

Die OECD betont die Bedeutung, die administrativen Effizienz‑ und Compliance‑Vorteile des GIR‑Systems trotz dieser Übergangseinschränkungen aufrechtzuerhalten.

Praktische Implikationen für multinationale Unternehmensgruppen

Die Botschaft der OECD ist klar pragmatisch, jedoch nicht nachlässig.

Multinationale Unternehmensgruppen sollten:

  • Bereitschaft zur GIR‑Berichterstattung sicherstellen, auch in einem sich weiterentwickelnden Umfeld
  • Koordinationsherausforderungen zwischen Jurisdiktionen antizipieren
  • den Fokus auf die Konsistenz der Berichterstattung und internen Prozesse beibehalten
  • beobachten, wie einzelne Jurisdiktionen das gemeinsame Verständnis in der Praxis umsetzen

Die Einschätzung von RSM

Diese Veröffentlichung bestätigt einen zentralen Punkt:

  • Die Wirksamkeit von Pillar Two wird in hohem Mass davon abhängen, inwieweit es den Jurisdiktionen gelingt, administrativ effektiv zu koordinieren, insbesondere in den ersten Jahren der Umsetzung.
  • Auch wenn die OECD operative Herausforderungen anerkennt, bleibt die Erwartung bestehen, dass multinationale Unternehmensgruppen in der Lage sind, in einem komplexen und sich teilweise noch entwickelnden Rahmen regelkonform zu handeln.

Pillar Two – Rahmenwerk

Anwendungsbereich

Gilt für grosse multinationale Unternehmensgruppen innerhalb des OECD/G20 Inclusive Framework.

Zielsetzung

Sicherstellung eines einheitlichen Mindestbesteuerungsniveaus über verschiedene Jurisdiktionen hinweg.

Zielsetzung

  • GloBE Information Return (GIR)
    • Konzipiert zur Unterstützung eines zentralisierten Einreichungsmechanismus, der den grenzüberschreitenden Informationsaustausch zwischen Jurisdiktionen ermöglicht.