In diesem Beitrag beantworten wir folgende Fragen:
- Welche Unternehmen gelten als Unternehmen von öffentlichem Interesse?
- Was sind die Anforderungen für Abschlussprüfer von PIEs?
Abschlussprüfung bei Unternehmen von öffentlichem Interesse gilt nicht grundlos als eine Prüfung mit dem erhöhten Risiko. Die höheren gesetzlichen Anforderungen sowohl gegenüber den Prüfungsgesellschaften als auch gegenüber ihren Abschlussprüfern sind grundsätzlich darauf zurückzuführen, dass sich die im Jahresabschluss enthaltenen Daten (sowie die im Prüfungsbericht des Abschlussprüfers enthaltenen Informationen) direkt auf den Aktienkurs auswirken können und für kleinere Investoren die einzige Informationsquelle über die jeweilige Börsengesellschaft sind.
Unternehmen, die als PIEs anerkannt sind, stellen für Abschlussprüfer einzigartige Herausforderungen dar
Unternehmen von öffentlichem Interesse sind unter anderem Emittenten von Wertpapieren, die zum Handel an einem geregelten Markt zugelassen sind, Banken, Filialen von Kreditinstituten, Versicherungsunternehmen, Zahlungsinstitute, die Kriterien eines großen Unternehmens erfüllen sowie Pensions- und Investmentfonds.
Zusätzliche gesetzliche und regulatorische Anforderungen gegenüber den Börsengesellschaften (sowie die Tatsache, dass die Ergebnisse einer solchen Prüfung an mehrere Interessengruppen gelangen) haben zur Folge, dass Abschlussprüfung dieser Unternehmen umfassendere Sach- und Branchenkenntnisse, tiefgreifende Kenntnisse der Funktionsregeln von Kapitalmärkten und nicht einmal auch die Beteiligung von zusätzlichen Experten außerhalb des Rechnungslegungs- und Finanzbereichs erfordert. Nicht alle sind imstande, diesen Anforderungen gerecht zu werden.
Abschlussprüfer, die mit den Unternehmen von öffentlichem Interesse zusammenarbeiten, dürfen nicht vergessen, dass Mängel oder Unterlassungen bei der Ausführung von gesetzlichen Aufgaben mit den strengen Strafen resultieren können, die durch den Ausschuss für Finanzaufsicht (KNF) oder die Polnische Agentur für Prüfungsaufsicht (PANA) auferlegt werden. Die Folgen umfassen nicht nur die Möglichkeit, ein Klärungsverfahren einzuleiten, sondern auch Geldstrafen und sogar das Risiko, im Verzeichnis der anerkannten Wirtschaftsprüfer gelöscht zu werden.
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Wie wirken sich die Vorschriften auf Wirtschaftsprüfungsgesellschaften aus, die Abschlussprüfungen bei PIEs in Polen durchführen?
Abschlussprüfung ist bei Unternehmen von öffentlichem Interesse nicht nur schwieriger, sondern auch strenger kontrolliert. Laut Gesetz sollten Prüfungsgesellschaften, die diese Leistungen erbringen, unter anderem häufiger beaufsichtigt werden und Prüfungsunterlagen länger aufbewahren. Die Situation verbessert sich auch nicht durch ungenaue Vorschriften zu verbotenen Leistungen und Honorargrenze, was im Effekt dazu führt, dass wenige Unternehmen diese Leistungen erbringen.
Glücklicherweise ist das aktuelle Verzeichnis der Prüfungsgesellschaften, die gesetzliche Abschlussprüfungen bei PIEs durchführen, leicht auf der Webseite der Polnischen Agentur für Prüfungsaufsicht zu finden.
Welche Leistungen sollte eine gute Wirtschaftsprüfungsgesellschaft anbieten?
Die Durchführung von Tätigkeiten im Zusammenhang mit der Abschlussprüfung bei Unternehmen von öffentlichem Interesse bleibt für Abschlussprüfer eine große Belastung, deshalb bieten viele Unternehmen diese Leistungen nicht mehr an, obwohl sie über entsprechende Kompetenzen und qualifiziertes Personal verfügen und stattdessen konzentrieren sie sich voll und ganz auf andere, oft ebenso wissensintensive, aber weniger streng regulierte Finanz- und Rechnungslegungsdienste. Assurance-Leistungen sind nur die Spitze des Eisbergs. Daher lohnt es sich, bei der Suche nach einer guten Wirtschaftsprüfungsgesellschaft nicht nur auf ihre Erfahrung bei der Durchführung von Abschlussprüfungen zu achten, sondern auch einen genauen Blick auf sonstige Leistungen der Wirtschaftsprüfer zu werfen, die das jeweilige Unternehmen anbietet.